Nieuwe uitdagingen voor de BE

Die Wiedereinführung des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus sorgt für volle Terminkalender in der Vorstandsetage der BE. Doch auch andere Sparten sind im Umbruch. Das Parkhaus an der Euregio-Klinik schreibt schwarze Zahlen.

GN Artikel von Irene Schmidt 17.01.2018, 04:00 Uhr

Nordhorn. Nach einem Geschäftsjahr auf Vorjahresniveau mit einem bereinigten Umsatz von 33 Millionen Euro sieht sich der Vorstandsvorsitzende Joachim Berends 2018 vor eine Herausforderung gestellt, die sich auch in Zahlen deutlich niederschlägt. Der Konzernumsatz dürfte auf 39 Millionen hochschnellen, so Berends. Das ist insbesondere der Einführung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) geschuldet, aber auch einem Anziehen der Konjunktur beim Güterfernverkehr. Im abgelaufenen Geschäftsjahr transportierte die BE erneut rund eine Million Tonnen Güter auf der Schiene; hauptsächlich auf der Trasse Coevorden Rotterdam aber auch im Shuttle nach Malmö/Schweden und von Bad Bentheim aus in verschiedene Richtungen.

Anfang Dezember hat der Aufsichtsrat den Wirtschafts- und Investitionsplan für 2018 beschlossen. Aufsichtsratsvorsitzender ist Reinhold Hilbers, Finanzminister in Niedersachsen und Vorsitzender der Grafschafter CDU. Er werde diese Position wohl beibehalten, erläuterte Joachim Berends am Montag, sämtliche Aufsichtsratstermine seien von Hilbers Büro bestätigt worden. Nur das Pressegespräch musste er kurzfristig absagen.
Mit genehmigten Investitionen in Höhe von knapp 39,5 Millionen Euro investiert der BE-Konzern für seine Verhältnisse 2018 eine Rekordsumme. Fast 27 Millionen Euro fließen in den SPNV, denn im Dezember sollen zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus wieder Züge verkehren. Gut 17 Millionen Euro sind für die Verbesserung der Schieneninfrastruktur vorgesehen, sechs Millionen für die Sicherung von Bahnübergängen, 1,8 Millionen Euro für Projektkosten und 1,6 Millionen für die fünf Triebfahrzeuge für den Personenverkehr. Im Gegenzug fließen 22 Millionen Euro an Zuschüssen für den SPNV. Für die Ertüchtigung der Gleisanlage bekommt die BE einen Gesellschafterkredit in Höhe von 4,1 Millionen Euro, der durch die BE getilgt wird.

SPNV im Mittelpunkt
Die Wiedereinführung des Schienenpersonenverkehrs, der 1974 wegen mangelnder Rentabilität eingestellt wurde, macht den Schwerpunkt der Aufgaben für 2018 aus. In diesem Rahmen werden fünf Triebwagen angeschafft, inklusive Ersatzteilpaketen, damit bei Ausfällen die Reparaturen kurzfristig erfolgen können. Seit Kurzem läuft auch die Ausbildung von 15 Triebwagenführern durch einen externen Anbieter in gemieteten Räumlichkeiten in Nordhorn. Die Ausbildung der Zugbegleiter und Servicekräfte folgt demnächst.

Darüber hinaus investiert die BE in ein neues, rechnergesteuertes Betriebsleitsystem für Bus und Bahn gemeinsam. Auf dem Smartphone können Kunden dann in Echtzeit sehen, wo ihre Busse oder der Zug unterwegs sind. Auch einen neuen Projektnamen gibt es: „Regiopa“, abgeleitet von „Euregio“. Die BE hat den Namen schützen lassen und will ihn eventuell beibehalten.

Bahnhöfe werden saniert
Einen „dicken Brocken“ machen die Investitionen in die Bahnhofsumbauten aus.
In allen drei Bahnhöfen soll das Reisebüro Berndt Räumlichkeiten beziehen und es werden Fahrkartenausgaben eingerichtet, die täglich von circa 8.30 bis 18 Uhr besetzt sein sollen.

Teure Umwege für Busse
Die Fahrgastzahlen im Busverkehr der Bentheimer Eisenbahn waren im Jahr 2017 laut Berends bei drei Millionen relativ stabil. Lediglich aus dem Raum Bad Bentheim seien Rückgänge zu verzeichnen gewesen. Die langen Umwege während der Sanierung der Unterführung über die Hilgenstiege und Schüttorf seien von den Fahrgästen kritisiert worden. Für die Bentheimer Eisenbahn resultierten daraus knapp 100.000 Mehrkilometer, ohne dass dafür mehr Geld oder eine Entschädigung geflossen wäre.

Güterverkehr legt zu
Mit einer Million Tonnen im Schienengüterverkehr ist die BE im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Aus verschiedenen Gründen wird eine Steigerung erwartet:
Das Euroterminal Emmen-Coevorden-Hardenberg B.V. ist ebenso wie der Güterumschlagplatz Bad Bentheim komplett in die Hände der BE übergegangen. Die sieben bisherigen niederländischen Gesellschafter haben ihre Anteile der BE übertragen, die nun in eine Umstrukturierungsphase einsteigt. Der Güterzug nach Malmö soll ab Mai auf dreimal pro Woche ausgedehnt werden. Ein weiterer niederländischer Spediteur will sich im Europark ansiedeln und seine Transporte über das Terminal abwickeln. Der Shuttle Coevorden-Rotterdam soll jeden Werktag verkehren und auch von Bad Bentheim aus werden Güterzüge nach Rotterdam geschickt.

Neue Züge, neue Busse
Zwei moderne, schnellere Güterlokomotiven vom Typ G2000-3, die sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland zugelassen sind, bereichern den Fahrzeugpark der BE. Eine Lok ist bereits zugelassen, die andere steckt gerade in der Hauptuntersuchung. Beide Loks mit einem Caterpillar-Dieselmotor mit 3050 PS entsprechen dem Euro-5-Standard und sind knapp zehn Jahre alt, was für Lokomotiven noch „sehr jung“ ist. Die Höchstgeschwindigkeit der Lokomotiven liegt bei 120 km/h.

Parkhaus trägt sich
Freude bereiten dem Unternehmen die Eisenbahnwerkstatt und das Parkhaus an der Euregio-Klinik. Beide schreiben „gute schwarze Zahlen“. Die Werkstattgröße soll in diesem Jahr für 3,8 Millionen Euro verdoppelt werden. Das Parkhaus verzeichnete von Mai bis Dezember 2017 rund 270.000 Parkvorgänge. Damit waren alle Kosten gedeckt.

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